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Tierschutz in Griechenland

Straßentiere wohin man blickt

Fast überall in Griechenland wimmelt es von Straßentieren. Obwohl im Land eine gesetzliche Vorgabe besteht, Haustiere kastrieren zu lassen, vermehren sich die Tiere untereinander rasend schnell. Die Kastrations-Regel wird nur selten beachtet und so gut wie nie kontrolliert. So paaren sich Haustiere mit Straßentieren und setzen Jahr für Jahr neue ungewollte Kitten und Welpen in die Welt, für die sich niemand verantwortlich fühlt.

Wie in vielen südlichen Ländern Europas werden außerdem Hunde und Katzen vermehrt ausgesetzt und sich selbst überlassen. Auch diese verlassenen Tiere sind nun Straßentiere, die sich weiter vermehren. In Urlaubsregionen berichten Tierschutzvereine auch von regelmäßigen Vergiftungs- oder Tötungsaktionen. Um die Städte und Strände auf den Touristenansturm vorzubereiten, werden Straßentiere gezielt umgebracht. Tötungsstationen gibt es in Griechenland zwar nicht, aber die Massentötung der streunenden Vierbeiner wird nur selten geahndet.

Kastrationen sind in vielen Teilen Griechenlands nicht sehr akzeptiert. Sie werden als unnatürlich angesehen. Teilweise lehnen sogar Tierärzt:innen Kastrationen bei Hunden und Katzen ab. So wird Leid verursacht, das hätte vermieden werden können.

Gute Gedanken, schlechte Umsetzung: Tierschutzgesetz in Griechenland

In Griechenland existiert ein recht durchdachtes Tierschutzgesetz, das 2021 sogar noch einmal angepasst und verbessert wurde. Leider findet es – wie in vielen Ländern Europas – kaum Anwendung. Offiziell ist in dem Gesetz verankert, dass Hundehalter:innen neugeborene Hunde spätestens acht Wochen nach der Geburt bei der zuständigen Behörde registrieren lassen müssen. Außerdem sind sie in der Pflicht, für das Wohlergehen des Tieres zu sorgen und es mindestens einmal im Jahr tiermedizinisch durchchecken zu lassen. Für diese Vorsorgeuntersuchungen gibt es sogar einen speziellen Gesundheitspass für Hunde.

Seit der Reformation des Gesetzes besteht auch eine Kastrationspflicht für Haustiere: Hunde und Katzen, die älter als ein Jahr sind, müssen kastriert oder sterilisiert werden. Spätestens sechs Monate nachdem der Vierbeiner eingezogen ist, muss dies umgesetzt sein. Das Aussetzen von Hunden ist ausdrücklich verboten!

Auch der Umgang mit freilebenden Vierbeinern ist in diesem Gesetz klar geregelt. Es sieht vor, dass streunende Tiere medizinisch behandelt und versorgt werden sollen. Misshandlungen und Tierquälerei sind untersagt.

Was auf dem Papier in vielen Teilen sinnvoll klingt, wird in der Realität leider kaum umgesetzt. Besonders das Aussetzen der Hunde und Katzen ist in Griechenland ein Problem, das Tierschutzvereine im Land vor große Herausforderungen stellt.


Tierschutz in Griechenland: In kleinen Schritten wird es besser

Tierschutzvereine in Griechenland berichten, dass bereits ein Umdenken in der Bevölkerung stattgefunden hat. In einigen Gemeinden werden Kastrationen von Straßentieren inzwischen finanziert. Doch dieses Engagement bleibt eine Ausnahme. In den meisten Teilen des Landes sind die Tierschützer:innen auf sich allein gestellt. Ihre Arbeit kannst du jetzt unterstützen. Mit einer Futterspende nimmst du den Helfer:innen vor Ort eine Sorge.

 

Ein Leben an der Kette

Hunde sind durchaus beliebte Haustiere in Griechenland. Für reinrassige Welpen werden häufig hohe Summen gezahlt, was zur Folge hat, dass immer mehr Hunde beliebter Rassen gezüchtet werden. Dabei sind die Straßen und Tierheime voll von Vierbeinern, die ein schönes Zuhause suchen.

Besonders in ländlicheren Regionen des Landes sind sogenannte Ketten- oder Tonnenhunde noch sehr verbreitet. Ohne ausreichende Versorgung fristen diese Vierbeiner ein qualvolles Leben an einer oft kurzen Kette. Auf Höfen oder auch Firmengeländen werden sie an Bäumen oder Tonnen angebunden und als lebende Alarmanlage missbraucht. Futter und Wasser erhalten sie selten und menschliche Zuneigung kennen diese Hunde meistens nicht. Geht ein Kettenhund in dieser unzureichenden Haltung zugrunde, wird er einfach gegen einen neuen Vierbeiner ausgetauscht. Tierschützer:innen können die Hunde manchmal freikaufen oder dürfen sie in ihre Obhut nehmen, wenn sie als Wachhund nicht mehr taugen. Dabei sind die Tiere meist in einem erbärmlichen Gesundheitszustand. Ihre Halsbänder sind oft in den Hals eingewachsen; ein Überbleibsel jahrelanger Qual und Vernachlässigung.

Laut griechischem Tierschutzgesetz ist es verboten, Hunde dauerhaft und ohne regelmäßige Bewegung, Pflege und Versorgung an einer Kette zu halten. Doch Verstöße gegen dieses Gesetz werden nur selten angezeigt und strafrechtlich verfolgt.

 

„Manche Menschen sind freundlich zu Straßentieren, aber viele sind auch verhasst. Manche sind bereit, die Tiere zu misshandeln oder zu vergiften.“

Verein für hilfebedürftige Tiere e. V.

Tierschutz in Griechenland muss weiter gefördert werden. Wenn auch du einen Beitrag dazu leisten möchtest, hast du die Möglichkeit, Tierschutzvereinen in Griechenland und anderen beliebten Urlaubsländern deine Futterspende zukommen zu lassen.

Tierschutz in Griechenland im Überblick

  • Der Umgang mit Tieren ist gesetzlich geregelt. Doch das Tierschutzgesetz findet leider kaum Anwendung.
  • Straßentiere gibt es viele, da Kastrationen selten durchgeführt und ständig Tiere ausgesetzt werden.
  • Kettenhunde und Tonnenhunde fristen ein trauriges Dasein und sterben oft qualvoll an der Kette.
  • Tierschützer:innen berichten von Tötungsaktionen in Urlaubsregionen.