Magazin · Tierschutz aktiv · 30. Dezember 2020
· 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert am 24. September 2026
Die Schutzgebühr im Tierschutz
„Wieso muss ich Geld bezahlen, wenn ich ein Tier aus dem Tierheim adoptiere?" – Mit dieser Frage sind Tierschutzvereine häufig konfrontiert. Erfahre hier, warum es gute Gründe für die Erhebung der sogenannten Schutzgebühr gibt und wie hoch die Gebühr ist.

Die Anschaffung eines Tieres sollte immer gut überlegt sein. Foto: hedgehog94 / shutterstock.
Was ist eine Schutzgebühr?
Die Schutzgebühr ist ein Geldbetrag, den Interessenten bei der Adoption eines Hundes oder einer Katze an den vermittelnden Tierschutzverein zahlen. Diese wird häufig fällig, wenn auch der Schutzvertrag unterschrieben wird. In diesem sind alle Bedingungen festgehalten, die die Vermittlung des Hundes regeln.
Bei der Adoption eines Hundes oder einer Katze aus dem Tierschutz werden die Tiere also nicht einfach „verschenkt“, sondern gegen Zahlung eines Geldbetrages abgegeben.
Warum ist die Schutzgebühr wichtig?
Die Schutzgebühr ist in erster Linie ein Beitrag zum Wohle der Tiere und soll, wie der Name es sagt, vorrangig dem Schutz dienen. Sie verleiht dem Vierbeiner eine gewisse Wertigkeit. Diese soll unter anderem verhindern, dass sich Menschen ein Tier unüberlegt anschaffen. Gleichzeitig soll die Gebühr das Risiko senken, dass Menschen ihre Tiere wieder im Tierheim abgeben oder im schlimmsten Fall aussetzen.
„Die Schutzgebühr hat für mich zwei Aufgaben: sie ist ein Zeichen für die Ernsthaftigkeit der Adoptionsabsichten und gleichzeitig eine Beteiligung an entstandenen Kosten.“
Wie setzt sich die Schutzgebühr zusammen?
Die Schutzgebühr dient den Tierschutzvereinen auch dazu, einen Teil der Ausgaben zu decken, die bis zur Vermittlung oder im Rahmen der Vermittlung entstehen. Folgende Kosten entstehen:
- Tierärztliche Untersuchung
- Impfungen
- Entwurmung
- Parasitenmittel
- Futter und Unterbringungskosten
- Mikrochip und Registrierung
- EU-Haustierausweis
- Kastration
- Hundetraining
- Transport (bei Auslandsvermittlung)
- TRACES (bei Auslandsvermittlung)
Tierschutzvereine kümmern sich darum, dass das Tier in ihrer Obhut täglich gefüttert, bei Krankheiten oder Verletzungen tierärztlich behandelt und bei Bedarf auch kastriert wird. In der Summe kann das für Vereine Kosten von bis zu 1.000 Euro und mehr pro Hund oder Katze bedeuten. Bleibt das Tier dann auch noch mehrere Monate oder teilweise Jahre im Tierheim, entstehen Kosten, die mit der Schutzgebühr nicht aufzufangen sind.
„Wir verlangen kein großes Geld für die Tiere, sondern lediglich ein Minimum, um wenigstens einige der Grundkosten mitfinanzieren zu können. Einige Hunde bleiben ein oder mehrere Jahre im Tierheim und benötigen eine teure Operation. Die Schutzgebühr deckt diese Kosten nicht im Ansatz.“
Wie hoch ist die Schutzgebühr für Hunde und Katzen?
Die Schutzgebühr wird von den Tierschutzvereinen individuell kalkuliert. Die Höhe orientiert sich dabei unter anderem an den bis zur Vermittlung entstandenen Kosten für das jeweilige Tier.
Die Schutzgebühr für einen Hund liegt zwischen 300 und 650 Euro. Für eine Katze zwischen 150 und 250 Euro. Die Spanne erklärt sich vor allem durch den unterschiedlichen organisatorischen und finanziellen Aufwand, der je nach Herkunft des Tieres (Tierheim in Deutschland oder Auslandsvermittlung) anfällt.
Warum ist die Schutzgebühr für Auslandsvermittlungen teurer?
Bei der Adoption von Tieren aus einem Tierheim im Ausland wie Rumänien oder Spanien, entstehen im Vergleich zu einem deutschen Tierheim zusätzliche Kosten, vor allem durch den Transport der Tiere nach Deutschland. Um die gesetzlichen Einreisevorschriften einzuhalten, brauchen Hunde und Katzen einen Mikrochip, einen EU-Heimtierausweis, eine gültige Tollwutimpfung, die Anmeldung über das Meldesystem TRACES. Seriöse Tierschutzvereine führen vor der Ausreise ebenfalls einen Test auf Mittelmeerkrankheiten durch. Die Verbringung selbst, in einem speziell zugelassenen Transporter über viele hunderte bis tausende Kilometer oder in selteneren Fällen per Flugzeug ist ebenfalls mit hohen Kosten verbunden.
Durch ein neues EU-Gesetz ist der Transport von Tieren aus dem Ausland seit dem 01. Juli 2026 noch aufwändiger und teurer für Tierschutzvereine geworden.
Bei Vermittlungen aus der Türkei und anderen Nicht-EU-Ländern kommen zusätzlich Kosten durch einen Tollwut-Antikörpertest hinzu sowie einer amtstierärztlichen Gesundheitsbescheinigung.
Die höhere Schutzgebühr bei Auslandstieren spiegelt also nicht eine unterschiedliche Bewertung der Tiere wider, sondern die tatsächlich höheren Kosten, die durch Transport, Bürokratie und medizinische Versorgung im Ausland entstehen.
Eine Gebühr aus gutem Grund
Die Eingangsfrage, wieso man Geld bezahlen muss, wenn man ein Tier aus dem Tierheim adoptiert, lässt sich also einfach beantworten. Es geht nicht darum möglichst viel Profit zu machen oder dem Tier ein Preisschild wie einer Ware anzuhängen.
Vielmehr sichert die Schutzgebühr die Aufrechterhaltung der wichtigen Tierschutzarbeit. Und das Wichtigste: Sie schützt das Tier.



