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Tierschutz in der Türkei

Beißvorfall mit Folgen

Nachdem im Dezember 2021 ein vierjähriges Kind von Pitbulls schwer verletzt wurde, wurde das Leben vieler freilebender Hunde in der Türkei zur Qual. Per Soforterlass sollten die Städte und Gemeinden sich um das Einfangen, Kastrieren und Resozialisieren der Straßentiere kümmern. Doch es mangelt an finanziellen Mitteln und Tierheimen.

Friedliche Straßenhunde schweben seitdem in Lebensgefahr. Dabei ist ihre Überpopulation ein menschengemachtes Problem, denn die meisten Straßentiere sind unkastriert.

 

Jagd auf Straßenhunde

Tierheime, in denen Hunde artgerecht versorgt und anschließend vermittelt werden, existieren in der Türkei nicht. Die städtischen Einrichtungen werden Resozialisierungszentren genannt. Eigentlich sollen die Hunde hier medizinisch behandelt, kastriert und nach Bedarf auch eine Weile untergebracht werden. Vermittelt werden Hunde so gut wie nie. Seit dem Beißvorfall im Dezember werden freilebende Hunde eingefangen und mitgenommen. Die städtischen Zentren sind nicht für diese Vielzahl von Tieren vorbereitet. Wohin die Straßenhunde von den Hundefängern gebracht werden, ist oft unklar. Bilder auf Social-Media zeigen aber, dass sie im Wald zurückgelassen werden oder tot auf Feldern abgelegt werden.


Gegen alle Widerstände: Tierschützer:innen in der Türkei

Private Tierheime sind für türkische Hunde oft der einzige Ort, an dem sie in Sicherheit sind. Auch Katzen, die auf der Straße leben, genießen kaum Schutz und werde schnell krank. Die Menschen, die sich für die Vierbeiner einsetzen, werden wenig unterstützt und oft belächelt. Du kannst ihnen mit deiner Futterspende Hoffnung schenken.

 

Einfach ausgesetzt

In der Türkei gibt es viele Herdenschutzhunde und Mixe dieser Rassen. Oftmals werden die Tiere einfach im Stich gelassen, wenn die Menschen keine Verwendung mehr für sie haben oder das Interesse verloren haben. Laut Tierschutzvereinen werden die Hunde zum Beispiel in Wäldern zurückgelassen, wo sie dann auf sich selbst gestellt sind. Trächtige Hündinnen oder ihr ungewollter Nachwuchs werden ebenfalls häufig ausgesetzt oder auch einfach im Müll entsorgt. Tiere, die diese Tortur überstehen, vermehren sich in den Wäldern oder auf den Straßen der Städte weiter und setzen die nächste Generation Straßentiere in die Welt.

 

„Oftmals schaffen sich die Familien zu Beginn der Sommerferien Welpen an – als Zeitvertreib. Wenn die Hunde jedoch größer und anstrengender werden, werden sie zum Ende des Sommers oft ausgesetzt.“

Hundeglück Filderstadt e. V.

Listenhunde: die Verlierer des politischen Erlasses

Im Sommer 2021 wurde der Kauf und die Zucht mit bestimmten Hunderassen, die als gefährlich eingestuft wurden, verboten. Wenige Monate später wurde diese Liste um weitere Rassen erweitert, was die Halter:innen dieser Tiere unter großen Druck setzte. Innerhalb von drei Wochen mussten sie ihre Tiere chippen und kastrieren zu lassen.

Für Hunde, die durch diese Liste als gefährlich eingestuft wurden, existiert seit Januar 2022 auch ein Vermittlungsverbot. Für Listenhunde, die in türkischen Tierheimen oder Rehabilitationszentren landen bedeutet das, dass sie bis zum Ende ihres Lebens dort bleiben. Viele sterben frühzeitig an Mangelernährung oder Verletzungen, die sich die Tiere untereinander zufügen.

VETO spricht sich deutlich dagegen aus, Tiere aufgrund ihrer Rasse zu verurteilen. Tierschützer:innen in der Türkei klären die Bevölkerung auf und retten so viele Tiere wie möglich. Mit einer Futterspende kannst auch du sie unterstützen.

Tierschutz in der Türkei auf einen Blick

  • Es wimmelt in der Türkei von Straßenhunden.
  • Nach einem Beißvorfall sollten die Straßenhunde in den Städten eingefangen und in Resozialisierungszentren gebracht werden.
  • Es existieren keine Tierheime, in denen die Hunde gut versorgt werden. Sie werden lediglich aufbewahrt.
  • In privaten Tierheimen finden die Tiere Schutz und Sicherheit.